Samstag, 13. Juni 2009

Hallo,
so nun komme ich endlich mal zum Luftholen. Gestern um 12:30 hab ich mich auf den Weg in die Tierklinik gemacht. Kurz nach 14 Uhr war ich dann da, also perfekt für die Abholsprechstunde von 14-15 Uhr. Tja dann hieß es erstmal warten, auch weil "ganz nette" Leute meinten sie wären eher da gewesen, aber egal...man kennt das ja. Mir war mittlerweile durch die Aufregung ganz schlecht und ich konnte nur noch zittern und hatte das Gefühl ich breche gleich zusammen :-( Ich hatte natürlich kaum was gegessen und da mein Kreislauf grundsätzlich und bei warmen Wetter sowie ziemlich bescheiden ist, tat die Aufregung ihr übriges.

Dann war es soweit und sie brachten mir schon mal Pauline raus in ihrem Kennel, denn dort mit rein durfte ich nicht. Sie schaute mich mit rießengroßen Augen an, war klapperdürr (sie hat stark abgenommen) und fragte sich wohl, welche Tourtor kommt nun wieder auf mich zu. Ich unterhielt mich dann ganz leise mit ihr und sie antwortete mir mit leisen, kleinen Mauzern. Hier das erste Bild in der Klinik:
Nach ziemlich langer, weiterer Wartezeit waren wir dann endlich dran. Der Kieferchirurg selbst führte das Gespräch mit mir und ich kann nur sagen, ich habe selten einen Arzt erlebt, der sich so viel Zeit nimmt und so liebevoll und fürsorglich zu Mensch UND Tier ist ( mir brachte er erstmal 2 Gläser Cola, damit ich nicht vom Stuhl falle).

Er erklärte mir dann nochmal in aller Ruhe was gemacht wurde, was zu beachten ist und was ich genau zu tun habe....nach diesem Gespräch über eine gute Stunde brummte mir nur noch der Kopf....Im Anschluss machten wir uns dann zügig auf den heimweg, so dass wir nicht allzu sehr im Feierabend Verkehr stehen mußten.


Während der Autofahrt krallte sie sich etliche Male so in ihrer Halskrause fest, dass ich anhalten und ihre Kralle, mit der sie dann dort festhing, lösen mußte. Das machte mich schon wieder fix und fertig. Zwischendurch legte sie sich jedoch auch mal hin und entspannte bei den paar Sonnenstrahlen die sie im Auto abbekam, immerhin die ersten nach 4 Wochen.
Zuhause angekommen organsierte ich noch schnell ein Kindereisebett, denn sie sollte zumindest am ersten Abend stark räumlich eingegrenzt werden. Hier habe ich sie dann mit einer Höhle und einem Katzenklo einquatiert. Oben habe ich es noch mit einer Gardine umspannt, man weiß ja nie...wie ich noch früh genug merken sollte.


Eine Stunde später machte ich ihr dann die erste Breiflüssigkeit, mehrmals passiert durch verschiedene Siebe, damit auch wirklich nichts zum Kauen drin ist. Dann noch auf handwarm erwärmt und ihr vor die Nase gehalten. Ich konnte gar nicht so schnell schauen wie sie das im wahrsten Sinne des Wortes inhaliert hatte. Gegen Mitternacht gab es noch eine weitere Dosis, da verhielt es sich genauso und ich war heilfroh, denn nun sprach alles dafür, dass die Sonde heute Mittag gezogen werden konnte.


Allerdings meinte sie zwischendrin auch noch, sie müsse das Gästebett auseinandernehmen und versuchen rauszuklettern. Auf dem Rahmen saß sie schon. Ganz toll. Also habe ich eine große Platte die noch im Keller lag auf den Rahmen des Bettes gelegt, so dass es schwer genug und sie es nicht schafft es hochzuheben.


Die ganze Nacht gab es eine Unterhaltung mit Pippi Lotta und Pauline. Entweder Pauline drinnen oder Lotte draußen...mit schlafen war demnach nichts...außerdem hatte ich immer die Angst ein Geräusch nicht zu hören und ihr passiert wieder was.


Heute morgen hat sie die nächste Portion "inhaliert" ehe es wieder zum Arzt ging. Dort wurde die Sonde gezogen, ein neuer Verband angelegt, Schmerzmittel und Antibiotikum gespritzt und alles lies sie willenlos mit sich geschehen. Ganz nach dem Motto, wenn ich still halte, ist es umso schneller rum. Danach holten wir noch schnell eine mini-mini Hundehalsband, dass wir dann durch die Halskrause zogen, denn den vorher durchgefädelten Verband nutzte sie immer um sich dort reinzukrallen und hängenzubleiben, wie auf der Autofahrt.


Nachdem der Arzt sein okay gegeben hat, dass sie sich nun in einem sehr kleinen Zimmer frei bewegen darf, wurde nach Ankunft zu Hause erstmal umgeräumt. Kinderbett raus und alles andere auch bis auf Schreibtisch und einen sehr niedrigen Sessel. Die Schränke und die zwischendrin hängenden Regale hängte ich mit großen Bettlaken ab, so dass sie gar nicht auf die Idee kam dort hochzuspringen, auf dem Schreibtisch stapelte ich sehr große Kartons.


Das hielt jedoch leider nicht lange, es machte rums und die Kartons lagen unten und sie saß auf dem Schreibtisch. Also nochmal alles gestapelt, fest miteinandder und der Wand verbunden, ebenfalls großes Bettlaken drüber und nun funktioniert es hoffentlich. Aber morgen hilft mir dann auch ne Freundin den Scheibtisch rauszutragen so ist dann auch diese Gefahr gebannt.


Nur was ich mit der Heizung und der Fensterbank darüber mache, weiß ich noch nicht, denn zum einen ist sie ein Klettermaxe und zum Anderen liebt sie es auf dem Fensterbrett zu sitzen. Ich habe jedenfalls alles dick abgepolstert, egal ob an oder um die Heizung herum, so dass nichts passieren kann.

Nach dem Sondenziehen darf sie 6 Stunden nichts fressen und keine Flüssigkeit zu sich nehmen. Also bekam sie erst gegen 19 Uhr ihre erste Ration Brei. Den schlabberte sie ganz gut weg, aber bei der 2. Portion streikte sie bisher. Nach dem Fressen fängt es auch wieder an, dass sie ganz schrecklich den Kopf verdreht, die Zunge rausstreckt und versucht mit den Pfoten an den Kiefer zu kommen. Diese Moment sind immer besonders schrecklich :-(


Aber der Arzt in der Klinik sagt, die beste Krankengymnastik und Physiotherapie sei es ihren Brei zu schlabbern, denn das wäre jetzt das oberste Gebot. Zu lernen den Kiefer wieder zu benutzen. Leider weiß ich "noch" nicht, ob die Reaktionen danach einfach durch die ungewohnte Kieferbewegung kommen oder aber durch diese vermutete Nervensache.


So das wars fürs Erste...nun versuch ich erstmal mich zu beruhigen, denn ich sitze fast jede Minute daneben, weil ich Angst habe, sie liegt falsch, sie bewegt sich falsch, sie atmet komisch, sie muss noch was essen und und und, aber leider denke ich dass meine Reaktion bedingt durch den schweren Unfall normal ist. Gerade eben wetzt sie sich die Krallen an dem Sessel, also das funktioniert auch noch ;-) und dehnt und streckt sich...


Ich melde mich morgen wieder und wünsche uns allen eine ruhige und erholsame Nacht.
Alles Liebe
Kerstin

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